Was ist eine Studentenverbindung?

Zusammenschlüsse von Studenten, ob als Wohngemeinschaften oder nach der gemeinsamen Sprache, gibt es bereits seit der Zeit der ersten Universitäten. Heutzutage sind die uns vereinenden Kriterien der katholische Glaube und die gelebte Demokratie und selbstverständlich unser akademisches Streben. Natürlich entwickelten Studentenverbindungen, wie jede Art der Gemeinschaft, ihr eigenes Kulturgut und eigene Gebräuche. Diese Traditionen pflegen wir und entwickeln sie weiter. Eckpfeiler dieser Traditionen sind der Comment, studentische Lieder und die studentische Tracht – unser Band und unsere Mütze.

Prinzipien

Unsere vier Prinzipien bilden den Grundsatz unseres Zusammenlebens

Religio

Carinthia ist eine katholische Hochschulverbindung, weshalb wir das Verbindungsleben im Sinne der katholischen Soziallehre und der Nächstenliebe gestalten.

Patria

Wir stehen zu unserer Heimat Österreich und halten ihre Demokratie hoch. Die faire Mitgestaltung unserer Gesellschaft und die Bewahrung unserer Umwelt sind uns als Generationenverein besonders wichtig.

Scientia

Voraussetzung für die Mitgliedschaft in unserer Verbindung ist die Inskription an einer Universität oder Fachhochschule. Als Studentenverbindung unterstützen wir uns gegenseitig im Studium und erweitern unseren Horizont beim Diskurs über uns fremde Fachgebiete oder bei eigens organisierten Vorträgen.

Amicitia

Wir pflegen eine lebenslange Freundschaft zu einander, die also auch nach dem Studium aufrechterhalten bleibt. In der Verbindung sind hier Akademiker und Studenten aus den unterschiedlichsten Altersgruppen befreundet. Der Diskurs zwischen den Generationen liefert uns interessante Einblicke in deren Perspektive und fördert die Weitergabe von Erfahrungen beruflicher und privater Natur.

Geschichte

In Kärnten ist, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, das Verbindungswesen überwiegend von Mittelschulverbindungen geprägt. Auch das katholische Korporationswesen bildet hier keine Ausnahme. Gelang die Gründung der ersten katholischen Mittelschulverbindung, Karantania, bereits 1906, folgte die erste ÖCV-Verbindung erst 1972. Das liegt in erster Linie daran, dass sich akademisches Leben erst nach Gründung der Universität für Bildungswissenschaften entfalten konnte.

Die heutige Universität Klagenfurt wurde mit Gesetz vom 21. Jänner 1970 als Universität für Bildungswissenschaften gegründet. Bald danach fasste der Cartellverband der katholischen österreichischen Hochschulverbindungen (ÖCV) den Beschluss, an dieser neuen Universität ebenfalls eine Verbindung zu gründen. Am 28. Jänner 1972 wurde schließlich die Katholisch österreichische akademische Verbindung Carinthia (K.ö.a.V. Carinthia) aus dem ÖCV heraus gegründet.

Die neue Verbindung wählte sich die Farben Gold-Weiß-Rot-Gold bzw. Weiß-Rot mit grünem Samtcouleur. Als Wahlspruch wurde „Pro deo, patria et scientia“ gewählt. Die Initiative zur Gründung kam vom damaligen Leiter des Amtes für allgemeine CV-Fagen, Gerhard Hartmann, der zum ersten Senior der neuen Verbindung gewählt wurde. Als Motor der Gründung fungierte Dr. Franz Arnold, der auch gleich zum ersten Philistersenior Carinthias gewählt wurde und dieses Amt bis ins Jahr 1993 bekleiden sollte. Mit der Gründung Carinthias begann auch auf universitärer Ebene das Verbindungswesen in Kärnten Wurzeln zu schlagen. Bedingt durch die Ausrichtung der Universität, die ihren Schwerpunkt in den Geisteswissenschaften hatte, fiel es Carinthia schwer, an der Universität Fuß zu fassen. Überdies galt die Universtiät jahrelang als linkes Bollwerk. Durch diese Umstände bedingt, konnte Carinthia erst 1977 mit dem Aktivenbetrieb beginnen. Zum ersten wirklich aktiven Senior wurde am 30. September 1977 Walter Martitsch gewählt.

Publikation

Am 20. Mai 1978 konnte, dem einsetzenden Aufwärstrend entsprechend, das Publikationsfest Carinthias begangen werden. Eingeleitet wurde dieses Fest mit einem Vortrag des ehemaligen Bundesministers für Unterricht, Dr. Theodor Piffl-Percevic, der auf der Universtität gehalten wurde. Am Abend folgte schließlich der Festkommers im Festsall der Handelskammer. Das brennendste Problem des Jahres 1977 bis 1981 war aber die Suche nach einer eigenen Bude. Seit 1982 konnte Carinthia die Bude Karantanias mitbenutzen.

In den 80er war die Situation auf der Universität von der zunehmenden Unattraktivität der Lehramtsstudien geprägt. Zudem war der Mädchenanteil unter den Studierenden überdurchschnittlich hoch, so dass die Keilung zum ernsten Problem wurde. In dieser Zeit versuchte die Verbindung, mit Verkehrsaktiven über die Runde zu kommen. Auch blieb das Budenproblem virulent. Erst im Mai 1987 gelang es, eine eigene Bude am Pfarrplatz 2 zu beziehen, in der übrigens schon Karantania vor 1938 beheimatet gewesen war. 

Durch die Umgestaltung der Universität für Bildungswissenschaften Mitte der 80er kam es zu einem Ruck in Richtung des bürgerlichen Lagers innerhalb der Studentenschaft. Bei Carinthia kam es ebenfalls zu einem neuen Höhenflug, der unter dem Seniorat von Vinzenz Olip einsetzte. Seither verzeichnet Carinthia einen bis heute nicht endenwollenden Aufschwung.

Auch in der Hochschulpolitik engagierten sich immer wieder Carinthen in erheblichem Ausmaß. Bei den ÖH-Wahlen 1995 kam es zur Ablöse des bis dahin bestimmenden VSStÖ (Verband sozialistischer StudentInnen Österreichs) durch die bürgerliche AktionsGemeinschaft. Dieser Erfolg wurde nicht zuletzt durch die Arbeit mehrerer Carinthen möglich, die mit René Cerne den ÖH-Vorsitzenden und mit Hans-Georg Holzer den Vorsitzenden der Fakultätsvertretung für Wirtschaftswissenschaften und Informatik stellen. Durch die Arbeit in der ÖH konnte Carinthia einen Aufschwung verzeichnen, der ungebrochen anhält.

Die Bude am Pfarrplatz genügte der Carinthia schon lange nicht mehr, da der Zustrom an neuen Mitgliedern stetig stieg. So entschied sich die Carinthia auf die Suche nach einer neuen Bude. Im Jahr 2007 wurden die Pläne konkreter und so konnte am 102. Studententag des ÖCV im Jänner 2008 die neuen Räumlichkeiten in der Adolf-Kolping-Gasse 2 bezogen werden.

Strophen

Jede Verbindung hat ihre eigene Burschen- und Fuxenstrophe. Sie werden zur Melodie von „Wenn wir durch die Straßen ziehen“ gesungen.

Burschenstrophe

Ewig wollen wir uns mahnen, so zu tun, wie’s Gott gebot,
Treue steht auf uns’rer Fahne, treu zu sein bis in den Tod,
auf Carinthen, lasst uns schwören, wenn die Heimat in Gefahr,
wollen wir nach alter Sitte, | : zu ihr stehen immerdar : |

Fuchsenstrophe

In der schönen Studienzeit, fand ich zur Carinthia,
ward als Fuchs hier aufgenommen, in die stolze Fuchsia,
weiß und rot sind uns’re Farben, in der heit’ren kurzen Frist,
und sie sollen uns stets zeigen, | : dass die Zeit einst golden ist. : |

ÖCV

Der Österreichische Cartellverband (ÖCV) ist eine Vereinigung von 12.000 katholischen Studenten und Akademikern. Gemeinsam haben sie das Bekenntnis zu den vier Prinzipien: Religion, Wissenschaft, Vaterland und Lebensfreundschaft.

Wesensmerkmal der Verbindungen des ÖCV ist deren Gliederung in Aktivitas und Altherrenschaft. Der ÖCV-Studentenverband besteht aus den 46 aktiven Verbindungen und aus 7 Ortsverbänden, die Altherrenschaft des ÖCV aus den einzelnen Verbindungen und aus den 12 Altherrenlandesbünden.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen über den Österreichischen Cartellverband besuchen Sie bitte die Webseite des Österreichischen Cartellverband auf http://www.oecv.at.